Verlässliche Förderung und einfachere Bedingungen

Staatsministerin Dr. Anna Lührmann zu Besuch bei RUMO Solar in Butzbach

Bei der Wetterauer Klimaschutzkonferenz 2023 war einer der auffälligsten Akteure Freddy Mohr-Lamoth, Geschäftsführer der Firma RUMO Solar. Die Wetterauer GRÜNEN begleiteten nun die Staatsministerin für Europa und Klima im Auswärtigen Amt, Dr. Anna Lührmann (Bündnis 90/Die Grünen), bei ihrem Firmenbesuch in Butzbach. Kernfragen: Wie läuft das mit der Wärmewende in der betrieblichen Praxis? Was muss besser werden, um sie zu beschleunigen?
Freddy Mohr-Lamoth und sein Sohn Janis stellten ihre Firma für Elektrotechnik, Photovoltaikanlagenbau sowie Sanitär- und Heizungshandwerk vor. 31 Mitarbeitende, davon fünf in Ausbildung, beschäftigt das Unternehmen. Sie bedienen Kundinnen und Kunden im Radius von 60 km rund um Butzbach, wobei die Montage von PV-Anlagen und der Einbau von Wärmepumpen ihr Hauptgeschäft sind.
2023 sei das Jahr mit den meisten verbauten Wärmepumpen gewesen, so Janis Mohr. Zugleich brach zwischen November und Januar das Geschäft nahezu vollends ein. Grund dafür sei die Verunsicherung durch die Diskussionen rund um das Gebäudeenergiegesetz (GWG) gewesen. Mittlerweile ist wieder mehr Ruhe eingekehrt. „Bei Neubauten ist die Wärmepumpe inzwischen die Standardheizversorgung“, so Freddy Mohr-Lamoth. Aber auch in Altbauten würden viele Wärmepumpen verbaut. So gingen 95 % der von RUMO eingebauten Geräte in bestehende Gebäude. „In den meisten Altbauten funktionieren Wärmepumpen gut“, erläutert der Experte. Als Vertragspartner der OVAG habe man einen guten Überblick.
Wärmepumpen sind für Freddy Mohr-Lamoth „mittlerweile ausgereifte Technik“. Kämen dazu noch Solarmodule auf das Dach, könnten darüber 50 bis 55 % des Gesamtstrombedarfs gedeckt werden. „Sofern der Kunde es sich leisten kann“, leitet er zur Kostenfrage über. Der modulare Ausbau des Heizungssystems sei aber ein gangbarer Weg, also zuerst die PV-Anlage, dann die Wärmepumpe, zuletzt der Speicher. Die Kosten für Solarpanels sind in jüngster Zeit drastisch gesunken.
Für die Wärmepumpe fielen ca. 30.000 € an, ohne Berücksichtigung der Fördergelder von zwischen 30 und 70 %. Die Heizungsbauer forderten eine Vereinfachung der Förderprozesse. Da müsse man noch nachsteuern.
„Wir sind insgesamt beim Ausbau der Erneuerbaren Energien in den letzten zwei Jahren schon sehr weit gekommen“, so Anna Lührmann. Allein im Jahr 2023 seien mit allen Photovoltaikanlagen in Deutschland 61,2 Mrd. kWh Strom produziert worden. „Wir beziehen zeitweilig schon fast 60 Prozent unserer Energie aus Erneuerbaren Energien, das heißt der Strom wird vor Ort bei uns produziert. Damit machen wir uns als Gesellschaft unabhängig von Gas- und Öllieferungen“, so Lühr-
mann.
Mit der Verabschiedung des nun beschlossenen Solarpaket I würden weitere Hürden aus dem Weg geräumt, vor allem bürokratische. „Insbesondere Menschen mit geringem Einkommen sollen in den nächsten Jahren vor horrenden Gaspreisen geschützt werden, daher fördern wir den Einbau von Erneuerbaren Energieträgern so massiv“, so die Grüne Bundestagsabgeordnete. Anna Lührmann bedankte sich für die Eindrücke und das offene Gespräch mit dem Vater-Sohn- Team. „Firmen wie RUMO Solar sind der Schlüssel bei der Abkehr von fossilen Heizsystemen, ihr Beitrag vor Ort ist ungemein wichtig.“ Und sie versprach, die Hinweise und Rückmeldungen mit nach Berlin zu nehmen.