Ohne starke GRÜNE keine Impulse für den Klimaschutz in der Wetterau

Ohne starke GRÜNE keine Impulse für den Klimaschutz in der Wetterau

Klimaschutz und Energiewende gehören nach wie vor zu den Kernthemen grüner Politik. Deshalb stellen die Grünen seit über sechs Jahren mit Tarek Al-Wazir den hessischen Minister für dieses Ressort. Der Fraktionsvorsitzende der GRÜNEN im Wetterauar Kreistag, Michael Rückl diskutierte mit Tarek Al-Wazir und anschließend 60 Gästen bei einer digitalen Veranstaltung. Begrüßt wurden die Gäste von der Florstädterin Gudrun Neher und Katja Dombrowski aus Friedberg moderierte.

GRÜNE haben die Energiewende angeschoben

Bereits in den 1990er Jahren habe GRÜNE Politik die Energiewende angeschoben, so Al-Wazir, und mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz habe sie den Weg geebnet für die regenerativen Energieformen. Lokal hat sich einiges bewegt. In Hessen gibt es inzwischen eine Vielzahl an Programmen, unterstützt durch die LandesEnergieAgentur (LEA). Ehrlicherweise müsse aber auch gesagt werden, dass diese Erfolge bislang kaum globale Auswirkungen gehabt haben. Denn der „Welterschöpfungstag“, so Al-Wazir, habe in seinem Geburtsjahr 1971 noch Ende Dezember gelegen, während er im Jahr 2020 bereits auf den 20. August vorgerückt sei. Das auch als „Erdüberlastungstag“ oder „Earth Overshoot Day“ bezeichnete Datum kennzeichnet jedes Jahr aufs Neue denjenigen Tag, an dem die menschliche Nachfrage nach nachwachsenden Rohstoffen das Angebot und die Kapazität der Erde zur Reproduktion dieser Ressourcen übersteigt. Das heißt vom 20. August bis zum 31. Dezember 2020 wurden Ressourcen der Erde vernichtet. Dieser Verbrauch kann nicht mehr reproduziert und z. B. erzeugte Schadstoffe nicht mehr neutralisiert werden. Nebenbei gesagt, dieser Zeitpunkt liegt für Deutschland bereits im Mai jeden Jahres und rückt immer weiter nach vorne.

Energiewende im Schneckentempo

Michael Rückl

Michael Rückl gab einen Überblick über die Anstrengungen zum Klimaschutz in der Wetterau für die Bereiche öffentliche Gebäude, Neubaugebiete, Energiegewinnung und Mobilität. Das Klimaschutzkonzept des Kreises werde den Herausforderungen nicht gerecht. Das Mindesteinsparziel von 55% CO2 gegenüber 1990 sei ein Armutszeugnis. Denn beim Energieverbrauch öffentlicher Gebäude waren 2018  bereits rund 50 % CO2-Einsparung gegenüber 1990 erreicht. Und in Bezug auf Verkehr ragt nur ein Jobticket für Kreisangestellte heraus. Die Umstellung des Fuhrparks auf klimaneutrale Antriebstechniken würde ausgebremst. Auch die Bilanz in den Städten und Gemeinden sei noch lange nicht ambitioniert genug. Hier gäbe es hin und wieder gute Ansätze. Aber vieles sei eher Standard, so z.B. Nahwärmenetze auf der Basis fossiler Energie. Die Ausweisung von Flächen für die Windenergie käme nur schleppend voran oder würde, wie in Friedberg, per Bebauungsplänen mit Veränderungssperren gar bekämpft. Auf der kommunalen Ebene gäbe es noch viel Luft nach oben für den notwendigen Beitrag zur Erreichung des Ziels einer Begrenzung der Erderwärmung auf unter 2,0 Grad, idealerweise auf 1,5 Grad.

Fragen zu Windkraft, Baumaterialien, Innovationsförderung

Im Chat wurden zahlreiche Fragen gestellt. Diese drehten sich um die Anzahl an Windkraftstandorten, die Möglichkeit des Repowerings, regenerative Baumaterialien, innerörtliche Verkehrsberuhigung, langfristige Finanzierbarkeit des ÖPNVs, Programme für Start-up-Unternehmen und vieles mehr. Michael Rückl und Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir wünschen sich beide mehr Tempo bei allem, was für das maximal 1,5-Grad-Ziel dringend erforderlich ist. Dazu gehören der Ausstieg aus fossilen Brennstoffen, ökologisches Bauen, eine echte Verkehrswende, eine gesunde Landwirtschaft, der Erhalt hochwertiger Böden und mehr Naturschutz in und um alle Wetterauer Kommunen.

Zum Abschluss bedankte sich Vorstandssprecherin Michaela Colletti beim Vorbereitungsteam für die Planung und bei den Teilnehmer*innen für die rege Diskussion. Sie wünschte allen Aktiven viel Entschlossenheit und Ausdauer bei der Umsetzung GRÜNER Ziele.