Hoher Erwartungen an den neuen Papst

Grüne Wetterau fordern die Führung der katholischen Kirche zum Reformkurs auf
Ein italienisches Sprichwort sagt: ‚Wenn ein Papst tot ist, kommt der nächste.“ Ganz so banal ist der Wechsel an der Spitze einer so einflussreichen Institution, wie der katholischen Kirche nicht, diesmal fiel die Entscheidung aber sehr schnell. Jeder neue Papst bringt seine Werte und Vorstellungen ein. Das hat Folgen, innerhalb wie außerhalb der Kirche, denn Kirche ist durchaus politisch. Gerade in einer von Krieg, Krisen und Umweltzerstörung gebeutelten Welt ist dies als Gegengewicht zum derzeit vorherrschenden Ton trotz Kirchenaustritten von hohem Wert.
Thomas Zebunke, Co-Kreissprecher der Wetterauer GRÜNEN dazu: „Wir wünschen uns vom neuen Pabst Leo XIV, dass er die Strukturen der katholischen Kirche reformiert. Insbesondere denken wir hier an die Rolle der Frau, sowie gleichgeschlechtliche Beziehungen, den Umgang mit Missbrauch und den Umgang mit dem ungeheuren Reichtum der Kirche.“
Michaela Colletti, Co-Kreissprecherin ergänzt: “Der verstorbene Papst Franziskus hat Wege aufgezeigt. Sein Einsatz galt den Armen. Persönlich war er bescheiden. Und er hat viele Türen geöffnet. Doch es ist ihm nicht gelungen, den erforderlichen Strukturwechsel zu vollenden, nicht zuletzt wegen massivem Widerstand aus dem direkten Umfeld, der Kurie und dem Kardinalskolleg. Wünschenswert wäre nun, dass der fortschrittliche und reformwillige Teil der katholischen Kirche unterstützt wird. Diesen Appell richten wir natürlich an Pabst und Kurie, vor allem aber an die deutschen Bischöfe.“
Auf der weltpolitischen Ebene wurden und werden zuletzt viele rückwärtsgewandte Personalentscheidungen getroffen, betonen die Grünen. „Nicht nur in den USA, sondern in vielen europäischen Ländern erleben wir eine Kehrtwende in vielen Bereichen. Offenheit und Toleranz fallen einer vermeintlich als konservativ bezeichneten Politik zum Opfer. Das ist leider auch in Deutschland der Fall. Und zu alledem befeuern aktuell konservative Kräfte die Diskussion, ob sich Kirche überhaupt politisch äußern sollte. Das halten wir für falsch“, sagt Michaela Colletti weiter.
„In einer notleidenden Welt stellen die Verantwortung für 1,4 Milliarden Gläubige, die Ökumene, die Aussöhnung mit anderen Religionen und die Fähigkeit zur Diplomatie eine Verpflichtung und eine Chance auf Frieden unter den Menschen und mit der Natur dar. Das gelingt aber nur, wenn die Spitze der Hierarchie dem derzeit vorherrschenden Ton und Gebaren der Mächtigen dieser Welt etwas in Habitus, Worten und Taten entgegensetzt,“ so Zebunke abschließend.