Förderstufe und Inklusion machen die Schule attraktiv: GRÜNE Kreistagsabgeordnete zu Besuch an der Gesamtschule Konradsdorf

Eine Gruppe Kreistagsabgeordneter der GRÜNEN war zu Besuch an der Gesamtschule Konradsdorf. Zu besprechen gab es einiges: die Schulentwicklung, darunter die kürzlich Schlagzeilen machende Nicht-Aufnahme von Schülerinnen und Schülern in die fünfte Klasse, die Verkehrssituation, anstehende Investitionen sowie der Hitzeschutz. Schulleiter Tobias Stolte und sein Stellvertreter Christof Schranz standen als Gesprächspartner zur Verfügung. Es wurde ein intensives Gespräch.

Zu Beginn ging es um die missliche Situation, mit der das Schuljahr begann. Für die fünfte Klasse lagen 253 Anmeldungen vor. Zu viele. 37 Schülerinnen und Schüler mussten abgelehnt werden. Schulleiter Tobias Stolte bedauerte diese Entwicklung, weil sie zur Folge hatte, dass Kinder aus Ortenberg, Ranstadt und Glauburg zurückgewiesen werden mussten; genau aus den Kommunen, für die die Gesamtschule Konradsdorf als zentrale Schule einst gebaut wurde.

Als wesentlicher Grund für die große Attraktivität der Schule werden zwei Faktoren gesehen. Das ist einmal die Förderstufe, der gemeinsame Unterricht in den Klassen 5 und 6. Zum anderen die Erfahrungen und die Umsetzung der Inklusion, der Integration beeinträchtigter Schülerinnen und Schüler in den Regelunterricht. Hier betonte Christof Schranz, der auch Förderstufenleiter ist, dass die Förderstufe den inklusiven Ansätzen entgegenkommt.

Laut allerneuester Haushaltszahlen des Wetteraukreises stehen für Investitionen an der Schule insgesamt 11,4 Mio. € zur Verfügung. Dabei geht es um die Innen- und Dachsanierung am Hauptgebäude, die Innen- und energetische Sanierung der Sporthalle. Allein 6,4 Mio. € aber sollen in den kommenden Jahren in die Erweiterung von Klassenräumen investiert werden.  Bauliche Maßnahmen sind aus Sicht der GRÜNEN schon deshalb notwendig, weil die Gebäude heutigen Standards nicht entsprächen. Das gilt auch für die Ölheizung, die erst vor drei Jahren erneuert wurde.

Obwohl von Grün umgeben, ist Hitze ein Thema an der Schule. In jedem Gebäude sei Hitze ein Problem, insbesondere in den Räumen unter dem Dach. Klimatisierung gebe es nicht. Eine Chance könnte der künftige Solarstrom vom Dach sein, mit dem Wärmepumpen betrieben werden können, die auch kühlen.

Aktuell ist die Verkehrssituation von und zur Schule durch mehrere Baumaßnahmen mehr als eingeschränkt. Es bleibt die Hoffnung, dass sich diese Situation schnell entspannt. Ab nächstem Jahr ist die Schule dann über neue und erneuerte Radwege per Rad gut zu erreichen. Mit der Busanbindung sei man grundsätzlich zufrieden, zur VGO bestünde ein guter Draht. Mit zu bedenken sei der Individualverkehr, der sich durch die Stichstraße zur Schule drängt. Die Idee dazu: Abhilfe könnte durch eine Hol- und Bringzone unten an der Straße geschaffen werden. Sie könnte zudem in einen Parkplatz integriert werden, der Besucherinnen und Besuchern des Klosters zur Verfügung stünde.

Für die Abgeordneten der GRÜNEN war der Besuch aufschlussreich. Sie nehmen drei Punkte mit in die Kreispolitik. Die Abweisung von Schülerinnen und Schülern aus den „Gründerkommunen“ der Schule soll nicht mehr vorkommen. Das Thema Hitzeschutz muss stärker in Bau- und Sanierungsmaßnahmen integriert werden. Die Entzerrung des Verkehrs von und zur Schule sollte politisch angegangen werden.