Der Direktkandidat für die GRÜNEN im Wetteraukreis Esra Edel besuchte unlängst ein privates Gebäude im Baugebiet „Schwarzer Berg“ in Florstadt. Dort existiert eine vorgeschriebene Brauchwassernutzung für die Toilettenspülung. Das Wasser kommt aus einem weiter bestehenden Hochbehälter in Ober-Florstadt, der schon seit langer Zeit aus der Trinkwasserversorgung herausgenommen wurde. Bei der Erschließung des Baugebietes legte man eine zweite Wasserleitung in jedes Haus, die für die Toilettenspülung genutzt werden muss, aber auch für die Waschmaschine oder eine Pool- bzw. Gartenbewässerung genutzt werden kann. Der Frischwasserpreis dafür beträgt nur etwas mehr als die Hälfte des normalen Wasserpreises.
Anwohner sehr zufrieden!
Die Anwohnerin Simona Hirsch, deren Haus Esra Edel zusammen mit der GRÜNEN Fraktions- und Parteivorsitzenden Gudrun Neher aus Florstadt besuchte, zeigte sich absolut zufrieden mit diesem System: „Alles funktioniert prächtig, die Wasserqualität ist so gut wie bei meinem Trinkwasseranschluss. Ich habe selbstverständlich auch meine Waschmaschine dort angeschlossen. Dadurch deckten wir in den letzten beiden Jahren 60% unseres Wasserbedarfs aus dem Hochbehälter. In den trockenen Jahren davor war der Anteil sogar deutlich höher durch die Bewässerung der Pflanzen im Garten.“
Die Mehrkosten für die doppelten Leitungssysteme im Haus amortisieren sich im Laufe der Zeit.
Erschließungsleitung aus Grundwasserabgabe finanziert
Als das Baugebiet in den 90-ger Jahren geplant und erschlossen wurde, hat man gleich ein zweites Leitungssystem in die Erde gelegt. Die Mehrkosten übernahm das Land Hessen aus Mitteln der Grundwasserabgabe. Diese hatte die rot-grüne Landesregierung seinerzeit auf die Wege gebracht, um einerseits alle zum Wassersparen zu bewegen und andererseits solche Projekte wie die Brauchwassernutzung im Baugebiet „Schwarzer Berg“ zu unterstützen. Esra Edel als GRÜNER Direktkandidat für den Bundestag dazu: „Es war hauptsächlich die FDP, die in einer Landesregierung mit der CDU die Abschaffung der Grundwasserabgabe Anfang der 2000-er Jahre durchdrückte und damit weitere Förderungsmöglichkeiten für sinnvolle Projekte verhinderte.“
Einziges Leuchtturmprojekt in Florstadt
Die GRÜNEN-Fraktionsvorsitzende Gudrun Neher konnte dem nur beipflichten: „Seit dieser Zeit wurde kein einziges Brauchwasserprojekt mehr in einem Neubaugebiet in Florstadt verwirklicht. Wir GRÜNE forderten das bei der Aufstellung späterer Bebauungspläne. Denn auch durch den Bau von Zisternen lässt sich selbst gesammeltes Regenwasser in eine Brauchwasserleitung einspeisen.
Leider war die Mehrheit im Florstädter Stadtparlament in keinem Fall bereit, ein solches Anliegen zu unterstützen bzw. die lokalen Möglichkeiten zu prüfen. Frei nach dem Motto: Wenn beim Umweltschutz etwas nicht gefördert wird, machen wir auch nichts!“ Selbst die Zuschüsse für Zisternen wurden mittlerweile gestrichen.
GRÜNE Politik erwartet, dass bei zukünftigen neuen Bebauungsplänen die verpflichtende Brauchwassernutzung durch Zisternen, ehemalige Brunnen oder Hochbehälter je nach regionalen Möglichkeiten festgeschrieben wird. Nur so kann man verhindern, dass die Trinkwasserentnahme vom nahe gelegenen Vogelsberg noch größer wird.