Die GRÜNEN in der Regionalversammlung Südhessen zeigen sich enttäuscht vom Auftritt des Landesplanungsministers Kaweh Mansoori vor der Regionalversammlung Südhessen. Zwar ist es positiv zu bewerten, dass sich der Minister Zeit für die ehrenamtlich Aktiven in der RVS genommen hat, jedoch fehlten konkrete Aussagen zu den Zukunftsplänen für die Rhein-Main-Region und Südhessen.
Bei den drängenden Themen wie Klimaschutz, Flächensparziel, Fernbahntunnel, Erneuerbare Energien oder Fluglärm gab es nur allgemeine Worthülsen zu hören. Alleine der Verweis auf „Mindset“ und „Pragmatismus“ ermöglicht keine zukunftsfähige Regionalplanung. Die GRÜNEN hatten sich konkrete Pläne und Lösungsansätze erhofft, um die Herausforderungen der Region zu bewältigen.
Der vorliegende Entwurf des neuen Regionalplans ist aus Sicht der GRÜNEN ein Signal für eine neue Phase in der Regionalplanung: klimabewusst, flächensparsam, polyzentrisch. Er zeige gute Perspektiven zur Wohnraum- und Wirtschaftsentwicklung in Südhessen auf. Der Plan setzt auf verbindliche Dichtewerte, um mehr Wohnraum auf weniger Fläche zu ermöglichen. Das reduziere nicht nur den Flächenverbrauch, sondern stärke auch kompakte Siedlungsstrukturen mit kurzen Wegen und besserer ÖPNV-Anbindung.
Christa Weyrauch, Fraktionsvorsitzende der GRÜNEN in der Regionalversammlung Südhessen, kommentiert: “Es ist enttäuschend, dass der Minister keine klaren Visionen für die Zukunft unserer Region präsentieren konnte. Stattdessen hat er die Kommunen im Regen stehen lassen, indem er die finanziellen Probleme vor Ort negiert und keine Möglichkeiten in Aussicht gestellt hat, wie die Schaffung von Wohnraum konkret vom Land gefördert werden kann. Wir brauchen konkrete Pläne und Maßnahmen, um die drängenden Probleme anzugehen. Die Region Südhessen steht vor einem Spagat. Sie ist wirtschaftsstark, dicht besiedelt und von vielfältigen Nutzungsansprüchen geprägt – vom Wohnen über Mobilität bis zum Freiraumschutz.“
Katy Walther, Landtagsabgeordnete und stellvertretende Fraktionsvorsitzende der GRÜNEN in der RVS ergänzt: „Wir haben für die regionalplanerische Umsetzung der CO2-Neutralität keine zwei weiteren Planaufstellungen mehr Zeit. Daran muss ich der neue Plan auch im weiteren Verlauf messen lassen. Ob bei Verkehr, Daseinsvorsorge, Energie, Rohstoffabbau – Klimaschutz ist die entscheidende Grundlage für die Entwicklung der Region. Dass der Minister allein auf das Mantra „Wachstum“ setzt zeigt, wie sehr er in der Vergangenheit verhaftet ist. Wir setzen uns dafür ein, dass die Errungenschaften des vorliegenden Planentwurfs geschützt werden. Wirtschaftliche Entwicklung und Klimaschutz bedingen sich gegenseitig.“
„Die GRÜNEN in der Regionalversammlung Südhessen setzen sich seit langem für eine nachhaltige Entwicklung der Region ein. Sie fordern klare Ziele und verbindliche Maßnahmen in den Bereichen Klimaschutz, Wohnungsbau, Schienenverkehr und Energie. Insbesondere für den Wetteraukreis stehen sie für den Erhalt der wertvollsten Ackerböden für die Landwirtschaft als Vorrang vor Logistik, Gewerbe oder Wohnbebauung,“ so ihr Vertreter Gerhard Salz.