Der Osten ist zu schön, um ihn den Extremisten zu überlassen: Wetterauer GRÜNE beim Wahlkampf in Sachsen

Es zeichnet sich für die Landtagswahlen in Sachsen und Thüringen ein Übergewicht der in beiden Bundesländern als gesichert rechtsextrem eingestuften AfD ab. Dem gilt es entgegenzuwirken. Daher hat sich eine Gruppe Wetterauer GRÜNE am Wochenende auf den Weg ins Erzgebirge gemacht, um dort den Straßenwahlkampf aktiv zu unterstützen.

Bei strahlendem Sonnenschein warben die GRÜNEN um die Gunst der Wählerinnen und Wähler für die Landtagswahl in Sachsen am 1. September. Gemeinsam mit Direktkandidierenden und Vorstandsmitgliedern der GRÜNEN im Erzgebirge wurde bei mediterranem Flair der schöne Marktplatz in Annaberg begrünt. Den ganzen Samstag wurden Flyer verteilt und konstruktive Gespräche geführt. Zusätzliche Unterstützung gab es durch engagierte GRÜNE Freundinnen und Freunde aus Osnabrück, die Plakate im Umland aufhängten und im Umkreis von Annaberg aktiv waren.

„Freundliche Leute, aber teilweise mit einer hohen Skepsis gegenüber uns GRÜNEN,“ stellt Michaela Colletti, Mitglied des GRÜNEN Kreisvorstands in der Wetterau, fest. Sie hatte Kontakt zu Kreisverbänden im Osten aufgenommen und auch die Fahrt ins Erzgebirge vorgeschlagen. Bereits im Frühjahr hatten die Wetterauer GRÜNEN auf ihrer Mitgliederversammlung für eine finanzielle Unterstützung der GRÜNEN Kreisverbände Erzgebirge (Sachsen) und Hainich-Unstrut (Thüringen) votiert.

Die Stimmung im Erzgebirge war insgesamt gut, vielen Unkenrufen zum Trotz, die dem Besuch in der Montanregion vorausgegangen waren. In den Gesprächen im GRÜNEN Kreis und mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern wurde deutlich, dass viele Probleme des ländlichen Raums deckungsgleich sind im Osten und Westen der Republik. Beispiele hierfür sind alle Aufgaben der Daseinsvorsorge, wie Mobilität, Netzausbau, Bildungsangebote und medizinische Versorgung.  „Wie auch im Westen Deutschlands kommt es darauf an, den Menschen zuzuhören, und eben dann auch zügig zu handeln, politisch die richtigen Weichen zu stellen“, erklärt Thomas Tilse, Stadtverordneter in Bad Vilbel und Beisitzer im Kreisvorstand Wetterau.

Auch viele Jahre nach der Wiedervereinigung leidet der ländliche Raum in Sachsen noch immer stark unter der Abwanderung junger, gut ausgebildeter Menschen. Nach der Wende meldeten viele Unternehmen in der Region Insolvenz an. Auf der Suche nach Arbeit mussten viele Menschen ihre Heimat verlassen und zogen in die neuen Bundesländer. Obschon heute auch im Erzgebirge Fachkräftemangel herrscht, zieht es die Jugend in die Stadt. Das ist nicht zuletzt dem ungleichen Lohngefüge geschuldet.

„Richtig emotional wurde die Diskussion bei den Themen Frieden und Verteidigung, dem Heizungsgesetz und natürlich beim Thema Asyl“, sagt Kathrin Jäschke, Vorstandsvorsitzende des Ortsverbands der GRÜNEN in Bad Vilbel. Aus einigen Diskussionen ging hervor, dass GRÜNE Themen im Osten durchaus nicht ‚out‘ sind. Denn in dieser gewaltigen Naturkulisse bewegen Klimaschutz, Artensterben und die Bewahrung der Natur stark die Gemüter von Ansässigen und Durchreisenden.

„Wir wünschen uns allen ein gutes GRÜNES Ergebnis bei der Landtagswahl am kommenden Sonntag. Möge es den demokratischen Parteien gelingen, den erwarteten Rechtsruck gemeinsam einzudämmen“, so der gemeinsame Tenor der GRÜNEN im tiefen Osten der Nation, die sich sichtlich über die Unterstützung aus dem fernen Westen freuten. Das Resümee der Wetterauer*innen: „Tatsächlich macht die Region um Annaberg einen guten Eindruck – renovierte Gebäude, touristisch erschlossen, intakte Infrastruktur – wirklich zu schön, um sie radikalen politischen Kräften zu überlassen. Wir würden uns eine Fortsetzung der erfolgreichen Regierungsbeteiligung der GRÜNEN im Sächsischen Landtag wünschen.“