Ihre Sommertour führte die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, Dr. Ophelia Nick (GRÜNE), u.a. in die Wetterau. Bevor sie mit dem Dottenfelder Hof in Bad Vilbel und der Bingenheimer Saatgut AG zwei renommierte Betriebe der ökologischen Landwirtschaft besuchte, traf sie sich in Bad Nauheim mit örtlichen Vertreterinnen und Vertretern der GRÜNEN. Beim Austausch mit dabei war auch der hessische Landtagsabgeordnete Hans-Jürgen Müller, Sprecher der GRÜNEN-Fraktion für Landwirtschaft, Tierschutz, Wald und Jagd.
Im Mittelpunkt der Gespräche standen agrarpolitische Themen. Dabei berichtete Ophelia Nick von ihrem Besuch eines Unternehmens, das u.a. mit Kartoffeln handelt. „In Deutschland“, so Nick, „gebe es nur wenig Preissensibilität bei Kartoffeln. Ganz anders ist das bei Butter oder Milch, wo wenige Cent schon ein geändertes Kaufverhalten bewirken.“
Zum Kern der Diskussion entwickelte sich das Thema Photovoltaik auf dem Acker. Durch eine Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes wurde der Bau entsprechender Anlagen entlang von Autobahnen und überregionalen Schienentrassen deutlich erleichtert. Deshalb sind auch die kommunalen Parlamente in der Wetterau in jüngster Zeit verstärkt mit diesem Thema konfrontiert. Noch aber geht es dabei ausschließlich um Freiflächen-PV-Anlagen. Das sind die, bei denen i.d.R. eingezäunte lanwirtschaftlich genutzte Flächen mit aufgeständerten Modulen bestückt werden. Ausschließliches Ziel ist hier die Produktion von Strom.
„Die Zukunft aber gehört der Agri-PV“, sind sich Ophelia Nick und Hans-Jürgen Müller einig. Bei dieser Art der Stromerzeugung auf dem Acker werden die Module höher oder horizontal aufgeständert. Damit ist dann unter oder neben den Modulen weiterhin Landwirtschaft möglich. „Da Flächen endlich sind, müssen wir diese Art der Mehrfachnutzung vorantreiben“, so Hans-Jürgen Müller. Aktuelles Problem dabei: Noch sind solche Anlagen in Errichtung und Betrieb nicht wirtschaftlich genug. Zudem liefert Hans-Jürgen Müller eine weitere überraschende Information. „Ein Hektar Freiflächen-PV liefert je nach Standort 30 bis 60 mal mehr Energie als ein Hektar Mais, der in einer Biogasanlage verarbeitet wird.“
Dennoch muss es in Zukunft mehr um die Doppelnutzung von Ackerflächen in Form von Energie- und Agrarproduktion gehen. Für Ophelia Nick ist klar: „Unser Ziel muss sein, diese Doppelnutzung gezielt zu fördern. So verhelfen wir ihr dann auch zum Durchbruch.“