Frau Colletti, Herr Zebunke – die politische Lage ist angespannt, viele Menschen sind verunsichert. Warum braucht es gerade jetzt starke GRÜNE in der Wetterau?“
Michaela: „Weil wir die einzige Kraft sind, die konsequent für Alltag und Zukunft gleichzeitig steht. Wir wollen unsere Erde lebenswert erhalten und dabei ganz gezielt das Leben für die Menschen vor Ort besser machen – von der Mobilität über die Kinderbetreuung bis hin zur Versorgung älterer Menschen.“
Kritiker sagen, die GRÜNEN hätten gute Konzepte, könnten diese aber oft nicht gut vermitteln. Wie wollen Sie das ändern?
Thomas: „Indem wir Klartext reden. Wir werden auf kurze, klare Botschaften setzen, die alle verstehen. Ein Beispiel: Wir sprechen nicht nur von ‘Klimaschutz’, sondern vom Schutz vor den Folgen des Klimawandels für Menschen und Wirtschaft, denn das ist ja schon länger unser Ansatz. Politik muss nicht kompliziert klingen – sie muss bei den Menschen ankommen.”
Welche Menschen möchten Sie mit Ihrer Kampagne erreichen?
Michaela: „Junge Menschen, Familien und die Seniorenschaft. Unsere Mandatsträgerinnen und -träger vertreten die Interessen der Menschen. Aufgabe ist es daher mit den vielen Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen, die nicht in Parteikreisen zu Hause sind und trotzdem wissen, dass es Veränderung braucht. Uns ist es wichtig zu verdeutlichen, dass wir ‘enkeltauglich’ und alltagstauglich sind.”
Wahlkampf bedeutet auch Auseinandersetzung mit politischen Mitbewerbern. Wie konfliktbereit sind die GRÜNEN in der Wetterau?
Thomas: “Wir werden mit deutlichen Worten die Unterschiede zu den anderen Parteien benennen. Fehlentwicklungen, die von den derzeit Regierenden im Kreis (CDU und SPD in Koalition) und in den Kommunen zu verantworten sind, werden wir ansprechen. Dazu kommt natürlich die Kritik. Auf verkürzte und falsche Informationen, wie sie die letzten Wahlkämpfe auf Bundes- und Landesebene dominierten, werden wir mit Fakten reagieren. Aber wir greifen nicht Menschen an, sondern kritisieren deren Politik.”
Frage: Bündnisfähigkeit ist ebenfalls wichtig. Mit wem können Sie sich Koalitionen und Kooperationen vorstellen?
Michaela: „Mit Blick auf die Prognosen könnte es im Kreis und in einigen Kommunen auf Dreierbündnisse hinauslaufen. Wir sind bereit, Regierungsverantwortung zu übernehmen. Natürlich sind wir kompromissfähig, aber nicht beliebig. Grundsätzlich sind und bleiben wir im Gespräch mit den Parteien, die unsere Demokratie mittragen, auch wenn es im Wahlkampf mal etwas ruppig wird. Gemeinsam treten wir für eine lebenswerte, solidarische und klimafreundliche Wetterau ein.“
Mit welchem Personal wollen sie diese Ziele angehen?
Michaela: „Wir haben vor einigen Tagen die Liste für die Kreistagswahl aufgestellt. Auf den ersten Plätzen haben wir erfahrene Mitstreiter*innen gewählt, die schon einige Wahlkämpfe hinter sich haben und die Kreispolitik gut kennen. Dann folgen auf den aussichtsreichen Plätzen einige jüngere Gesichter, denen die Zukunft gehört, und auf den mittleren Plätzen eine Mischung aus beidem. Und wenn es während der Legislaturperiode zum Nachrücken kommt, bleiben wir kompetent aufgestellt.“
Thomas: „Insgesamt haben wir 66 Personen auf der Liste und hätten noch mehr Kandidierende aufstellen können. Natürlich gehen, wie immer, über die Hälfte der Sitze an Frauen. Mit einer einzigen Ausnahme haben wir nur ehrenamtlich tätige Kommunalpolitiker*innen aufgestellt. Das ist bei CDU und SPD bekanntlich anders. Deren Regierungspersonal kandidiert oft auf vorderen Plätzen, und das obwohl Bürgermeisterinnen, Bürgermeister und Beigeordnete die Mandate kaum annehmen, weil sie ansonsten vom bezahlten Job ins Ehrenamt wechseln würden.“
Was wünschen Sie sich von den Menschen im Kreis?
Thomas: „Uns zuzuhören – daraus entsteht Vertrauen und auch der Mut, Neues zu wagen. Wer will, dass Politik nicht nur verwaltet, sondern gestaltet, ist bei uns richtig. Grün wählen heißt Mut zur Veränderung“.
Michaela: „Wir leben in einem demokratischen Land. In vielen Ländern dieser Erde ist weder freie Meinungsäußerung noch Partizipation möglich. Wir sollten uns dessen bewusst sein. Im Frühjahr haben die Menschen die Wahl zwischen demokratischen Parteien und denen, die unsere freiheitliche Grundordnung in Frage stellen. Ich wünsche mir, dass die Menschen dies verstehen und sich für eine demokratische Partei entscheiden, sehr gerne für uns. Wir sind bereit für den Austausch mit Bürgerinnen und Bürgern, um sie von unseren Werten zu überzeugen.“
(Das Gespräch führte Frederik Krupinski.)